"Runder Tisch" als Konfliktlösung

Gewaltprävention im Amateurfußball: Runder Tisch im Fußballkreis Sieg

"Runder Tisch" als Konfliktlösung

Schiedsrichter, Sportrichter, Vereinsvertreter sowie Kreismitarbeiter und Vertreter des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM) haben am gestrigen Donnerstag, 13. Februar, im Fußballkreis Sieg gemeinsam Lösungen gegen Gewalt im Amateurfußball diskutiert. Die „Runden Tische“ sind Teil des Maßnahmenpaketes zur Gewaltprävention, das der FVM im Dezember 2019 beschlossen hat. Ziel ist es, Betroffene zu Beteiligten zu machen und sie aktiv in die Entwicklung von weiteren Maßnahmen zur Gewaltprävention einzubinden.

Zum Auftakt des Abends in der Sportschule Hennef stellte FVM-Präsident Bernd Neuendorf die Ziele der Runden Tische vor: „Betroffene sollen zu Beteiligen gemacht werden. Ich möchte mit denjenigen sprechen, die Woche für Woche im Spielbetrieb unterwegs sind. Gemeinsam wollen wir Lösungsansätze erarbeiten“, betonte Neuendorf. „Wenn wir bei diesem Thema nachhaltig etwas erreichen wollen, brauchen wir eine solide Basis. Dies sollen die Runden Tische sein.“

In der Folge diskutierten die 25 Teilnehmer zunächst über mögliche Ursachen von Gewalt und fehlendem Respekt im Amateurfußball. Anschließend erarbeiteten sie in Workshopphasen Handlungsempfehlungen für mehr Miteinander auf den Sportplätzen. Den Abschluss bildete die Priorisierung der entwickelten Maßnahmenideen.

Aus Sicht von Guido Fuchs, Vorsitzender des Fußballkreises Sieg, war es ein offener und intensiver Austausch: „Aus meiner Sicht muss sich der Profifußball seiner Vorbildrolle wieder stärker bewusst werden. Respektvolles Verhalten der Amateure kann nur eingefordert werden, wenn die Profis es vorleben. Letztendlich wird es wichtig sein, dass wir Maßnahmen generieren, die in der Partnerschaft zwischen Vereinen und Schiedsrichtern münden.“

Stergios Boucouras, Vorsitzender von Hellas Troisdorf, zog ebenfalls ein positives Fazit: „Es hat mir sehr gut gefallen, weil es wichtig ist, dass sich Vereine mit den Verbänden austauschen. Wir teilen die gleiche Leidenschaft. Eine gemeinsame Sicht auf die Dinge hilft, die Ursachen besser zu erkennen und Einflussfaktoren besser zu bewerten. Ich werde zum ersten Spieltag der Rückrunde eine Initiative starten, um alle Beteiligten bei uns auf dem Sportplatz zusammenzubringen und den Sport wieder in den Vordergrund zu rücken.“ 

Die Runden Tische finden im Januar und Februar 2020 in allen neun Fußballkreisen des Fußball-Verbandes Mittelrhein statt. Die Ergebnisse aller Diskussionsrunden werden durch den Arbeitskreis für Gewaltprävention des FVM gebündelt.  Anschließend entscheiden die zuständigen Verbandsgremien über ihre Umsetzung.

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